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Nervenkitzelnde Mountainbike-Abenteuer am Gardasee

Das Mountainbike-Referat der Naturfreunde Vorarlberg veranstaltete Ende Oktober bereits zum wiederholten Male ein mehrtägiges Bike Camp im gebirgigen Nordteil des Gardasees. Unter der professionellen Leitung von Rouven Schipflinger und Markus Petter wurde den Teilnehmern ein konditionell und fahrtechnisch anspruchsvolles Tourenprogramm geboten. Genussvolle Erholung und heiteres Zusammensein in Arco kamen hierbei nicht kurz.

 

Auftakt der diesjährigen, von der Sonne verwöhnten Herbstfahrt bildete eine kurze Einführungstour auf den Monte Brione zwischen Riva und Torbole. Der trutzige Felsklotz liegt zwar im Schatten der urtümlich schroffen Gardaseeberge, belohnt jedoch mit wildspektakulären Trailabfahrten. Die Auffahrt führte im oberen Teil an einem gut erhaltenen Österreich-Ungarischen Sperrfort vorbei, welches während des Alpenkrieges von 1915 – 1918 einen Teil des „Festungsriegel Garda“ bildete. Im hinteren Abschnitt des Forts eröffnete sich den Bikern einer der wohl schönsten Fernblicke am Gardasee. Die anschließende Trailabfahrt bot reichlich Nervenkitzel und gehört (wohl ausgelassen) zu den spektakulärsten Bikerouten am Gardasee. Vorbei an einem gähnenden Abgrund stürzt sich die Abfahrt in einer Kaskade aus steilen Rampen und schottrigen Passagen nach Riva hinunter. Im malerischen Hafen von Riva wurde auf den gelungenen Auftakt angestoßen.

 

Mit dem Tremalzo stand am zweiten Tag der MTB-Klassiker des Gardasees schlechthin auf dem Programm. Statt der üblichen Auffahrtsvariante über die Ponalestraße wurde das Bergdörfchen Vesio oberhalb von Limone als Ausgangspunkt gewählt. Durch das canyonartig eingeschnittene, rotglühende Valle San Michele führte die Route in einer endlosen Kurvenorgie an verlassenen Alpen vorbei Richtung Tremalzo. Die Auffahrtsstrapazen wurden mit einer Panoramaschau über die weiß glitzernde Gletscherwelt der Adamello- und Presanella-Gruppe sowie die Poebene mehr als wettgemacht. Vor den letzten Anstiegsmetern lud die Hüttenterrasse des Rifugio Garda zum entspannten Verweilen in der wärmenden Herbstsonne ein. Nach der Durchfahrt durch den dunklen Schlund des Tremalzo-Scheiteltunnels warteten atemberaubende Ausblicke über den Gardasee und den Monte Altissimo. Die Abfahrt über die spektakulär angelegten Serpentinen der Tremalzo-Straße – einer während des ersten Weltkrieges angelegten Versorgungsstraße des italienischen Militärs – bot den technisch versierten Fahrern ein unvergessliches Adrenalinabenteuer. Nach dem Passo Nota wartete mit der halb verfallenen Tunnelgalerie der Corna Vecchia ein weiterer Trailleckerbissen auf die Teilnehmergruppe.

 

Der dritte Tourentag führte durch die bewaldeten Ausläufer und steilen Flanken des Monte Altissimo, dem nördlichen Ausläufer des Monte Baldo, hinunter nach Malcesine. Ausgehend von Torbole schlängelte sich die Route zunächst durch Olivenhaine, romantische Trentiner Dörfchen und über laubbedeckte Fußpfade in das idyllisch gelegene Örtchen Brentonico. Nach einer ausgiebigen Cappucino-Pause führte die weitere Fahrt über steile Waldwege zu den hoch gelegenen Wiesen von Nago. Von dort bot sich der Gruppe ein atemberaubender Tiefblick zum Gardasee und eine majestätische Gipfelschau auf die umliegende Bergwelt. Das fahrtechnische Highlight dieser Tour stellte der lange Downhill über den berühmt berüchtigten Navene-Trail dar. Felsige Abschnitte und ausgesetzte Trailpassagen verlangten höchste Konzentration und eine sichere Fahrtechnik. Nach heil überstandener Abfahrt ging es mit der Fähre von Malcesine wieder nach Torbole zurück.

 

Eine kurze Abschlusstour auf der waghalsig angelegten Ponalestraße von Riva nach Pregasina beschloss das diesjährige Bike Camp der Naturfreunde Vorarlberg am Gardasee.

 

 

 

Bericht: Markus Petter

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