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Naturfreunde VORARLBERG

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Naturfreund 2/2013

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Das Frühlingsheft lockt mit dem Bike in die Natur und hat auch sonst jede Menge tolle Freizeittipps zu bieten!

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Kids for Nature!

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Ein Naturfreunde-Umweltprojekt von Kindern für Kinder!

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Heinrich Weber - Natura Trail Hegauvulkane – Landschaft geschaffen aus Feuer und Eis

Folder "Eine strahlende Zukunft mit Atomkraft? NEIN, DANKE!"

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Berühmte Szene aus The Gold Rush
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Kästner über Chaplin
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Kulturwanderung: 8. Jänner

366 historische Anlässe um Kultur mit Kopf oder auch mit den Beinen zu erwandern. Hier der 8. Jänner 1935

Der Film "Goldrausch" des "Nichtariers" Charlie Chaplin wird bereits am 8. Jänner 1935 von den deutschen Nazis aus rassischen Gründen verboten. Noch 1926 hatte dagegen das Berliner Premierepublikum als frenetisch klatschendes Publikum ein da capo des Brötchentanzes während der Vorstellung erzwungen.  Schon 1936 wurde Chaplins film "Moderne Zeiten" auch in Österreich zensuriert. 

Goldrausch. Der allerschönste Film der Welt, der aller-, allerschönste Film, der jemals gemacht worden ist", schwärmte der "Film-Kurier" nach der Berliner Premiere noch im Februar 1926. Alfred Polgar vertraute seinem Tagebuch über den Film an: "Witz ganz anderer, um eine Schraubenwindung höherer Art". Und wirklich: Goldrausch (Komödie, USA 1924, Regie: Charlie Chaplin, Buch: Charlie Chaplin, Kamera: Roland H. Totheroh, Produzent: Charlie Chaplin. Mit: Charlie Chaplin, Mack Swain, Tom Murray, Georgia Hale, Betty Morissey.) ist ein unsterblicher Klassiker des Filmgenies. 1924/25 entstanden, wurde der Stummfilm sofort ein überragender Erfolg. Drei Sequenzen - das Verspeisen des eigenen Schuhs inklusive der Nägel und Schnürriemen, die rutschende Hütte sowie der Brötchen-Tanz sorgten damals beim Publikum für Begeisterungsstürme. Bei einigen Spezialeffekten staunen wir achtzig Jahre später, wie sie wohl ohne Stuntmen und Computer gedreht wurden. Unnachahmlich ist Charlie Chaplin in seiner Mimik und seinen Bewegungen. Goldrausch, das ist Slapstick vom Feinsten und einer der besten Stummfilme überhaupt. Die Nazis schienen es jedoch eilig zu haben. Obschon die schäbigen "Nürnberger (Rassen-)Gesetze" erst am 15. September 1935 erlassen wurden, verfiel der Film "Goldrausch" bereits im Jänner 1935 aus diesem Grunde der Zensur.

 

Der austrofaschistischen Diktatur in Österreich war Charlie Chaplin ebenfalls nicht geheuer. 1936 kam sein Film "Moderne Zeiten" auch in Österreich als "marxistische Propaganda" unter Verdacht und die Zensurbehörden kümmerten sich um ihn. 

 

Der große Diktator. Doch Chaplin zeigte es den Nazis auf seine Weise. Bereits 1935 brachte Alexander Korda seinen Freund Chaplin auf die Idee, einen Film über den Deutschen Diktator zu drehen, aufgrund der optischen Ähnlichkeiten zwischen Hitler und Chaplins Filmfigur des Tramps. Zu diesem Zeitpunkt, an dem sich Chaplin entschloss, einen Film gegen Hitler zu drehen, wurde die Herrschaft der NSDAP in vielen gesellschaftlichen Kreisen innerhalb der USA noch nicht als gefährlich angesehen, Hitlers Politik oft sogar als erfolgreich gewertet. Die Vorbereitungen wurden von Drohungen amerikanischer Nazi-Organisationen begleitet, und auch die Filmindustrie war nicht begeistert. Die nächsten zwei Jahre verbrachte Chaplin fast ausschließlich damit, die Person Hitler zu studieren. Er analysierte genauestens Gestik und Mimik des Führers anhand von importierten Wochenschauausgaben ehe 1937 die Produktion für den Film beginnen konnte.

"The Great Dictator". Es ist auch der erste Tonfilm Chaplins. Nach 539 Drehtagen war der Film schließlich fertig und konnte Premiere feiern. The Great Dictator, der für damalige Verhältnisse gewaltige zwei Millionen Dollar Produktionskosten verursachte, wurde Chaplins finanziell erfolgreichster Film, obwohl er noch viele Jahre in zahlreichen Ländern verboten blieb und nicht aufgeführt werden durfte.

Die Nachricht vom Beginn der Dreharbeiten wurden vielerorts mit gemischten Gefühlen aufgefasst, immer noch war vielen die Bedrohung des Nazi Regimes nicht bewusst, selbst die britische Regierung distanzierte sich anfangs von dem Projekt und kündigte an, den fertigen Film in Großbritannien verbieten lassen zu wollen. Aber je länger die Dreharbeiten andauerten, um so mehr veränderte sich gleichzeitig das Gesicht der Welt in Europa. Der ganze Film ist eine Gratwanderung, bei der Chaplin darum bemüht ist, Hitler zwar lächerlich zu machen, aber auch seine Gefährlichkeit immer hervorzuheben. So bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn Hynkel, als er von einem geplanten Streik von 3000 Arbeitern erfährt, erwidert "Sofort erschießen. Ich wünsche keine unzufriedenen Arbeiter." Berühmt und in die Filmgeschichte eingegangen ist die Szene, in der der größenwahnsinnig gewordene Hynkel mit dem Globus tanzt. Dennoch wird Chaplin in Biografien mit der Aussage zitiert: "Hätte ich etwas von den Schrecken in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte The "Great Dictator" nicht zu zustande bringen können".

 

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich änderte Chaplin das sorgsam ausgearbeitete Drehbuch (und auch das war ein Novum, denn ein ausgearbeitetes Drehbuch war für Chaplin unüblich) und fügte eine mehrere Minuten dauernde Rede an das Ende des Films an. In dieser Rede spricht nicht der Charakter des jüdischen Friseurs, sondern Charlie Chaplin selber wendet sich mit seinem Appell für die Menschlichkeit an sein Publikum. Es ist eine politische Rede. Chaplin weist mit dieser Rede den Selbstdarsteller Hitler als Dilettanten in die Schranken.

 

Kleiner Mann. Schon 1926 beschreibt Georg Lukács (Die Eigenart des Ästhetischen) Charles Spencer Chaplin (* 16.04.1889, London; † 25.12.1977 Corsier-sur-Vevey, Schweiz): "Chaplin ist sicher eine der bedeutendsten Schauspielerpersönlichkeiten aller Zeiten. Er hat aber - im Gegensatz zu den meisten echten Größen der Bühne - nicht durch die Verkörperung der verschiedenen Typen gewirkt, wie Baumeister, Mitterwurzer oder Bassermann, sondern dadurch, dass in seiner körperlichen Existenz, in seinen Gesten und seiner Mimik in unerschöpflichen Variationen ein typisches Verhalten des "kleinen Mannes" des Menschen der Volksmenge zum heutigen Kapitalismus sinnfällig wurde.

 

Charlie Chaplin. Charles Spencer Chaplin Jr.  wird am 16. April 1889 in London als Sohn von Charles und Hannah Chaplin geboren. Durch den frühen Tod des Vaters und die sich häufenden Aufenthalte seiner Mutter in psychiatrischen Anstalten ist Chaplins Kindheit von Armenhäusern und mehreren Schulwechseln innerhalb von fünf Jahren geprägt. Unter anderem erlernt er in dieser Zeit den Friseurberuf, den er in "Der große Diktator" so trefflich zeigt. Am 6. Juli 1903 hat Chaplin seinen ersten Bühnenauftritt als Sam in dem Stück "A Romance of Cockayne", 19 Tage später steht er als Billy in "Sherlock Holmes" auf der Bühne. Diese Rolle spielt er in mehreren Tourneen bis 1906. 1908 unterschreibt er seinen ersten Vertrag bei Fred Karno, der ihn erstmals einem breiteren Publikum bekannt macht. Chaplin spielt in mehreren Stücken und tourt mit Karnos Truppe bis 1912 durch England, Frankreich und die USA.

 

Der 25.September 1913 darf als Wendepunkt in Chaplins Leben angesehen werden. An diesem Tag unterschreibt er einen Vertrag bei der Keystone Filmgesellschaft. Die Wochengage beträgt 150 Dollar, das fünfzehnfache der Karno-Gage. Im November absolviert Chaplin seinen letzten Auftritt für Karno, um dann nach Los Angeles zu gehen. Im Januar 1914 dreht Chaplin seinen ersten Film "Making a living", bis Juli 1914 noch 34 weitere. Bis Juni 1917 wechselt Chaplin zweimal die Filmgesellschaft, was seine Jahresgage auf 1.075 000 Dollar steigen lässt. Zusammen mit D. W. Griffith, Mary Pickford und Douglas Fairbanks gründet Chaplin am 5. Februar 1919 die Filmgesellschaft United Artists. Dies ermöglicht den Beteiligten nicht nur eine unabhängige Filmproduktion, auch der Filmverleih bleibt in den eigenen Händen. Die Jahre 1920 bis 1929 sind einerseits von Arbeiten an Filmen wie "Goldrausch" und "The Kid" geprägt. Das Jahrzehnt von 1930 bis 1940 ist zweifelsohne sein erfolgreichstes. Chaplin geht für ein Jahr lang auf Weltreise und veröffentlicht filmische Meisterwerke wie "Lichter der Großstadt", "Moderne Zeiten" oder "Der große Diktator". Am 17. September 1952 verlässt Chaplin mit seiner Familie Hollywood, um auf eine Europareise zu gehen, zwei Tage später wird Chaplins Wiedereinreise-Genehmigung in die USA widerrufen. Chaplin lässt sich daraufhin mit seiner Familie in Vevey in der Schweiz nieder, wo er bis zu seinem Tode am 25. Dezember bleibt.

 

Chaplin erhält Ehrendoktor-Würden, den Erasmus-Preis, einen Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles. Auf Einladung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die den Oscar verleiht, reist Chaplin zum ersten Mal nach seinem Rauswurf in die USA. In New York wird ihm die "Händel-Medaille" verliehen, am 16. April 1972 erhält er in Los Angeles den Ehrenoscar ("Special Academy Award"). Bei den Filmfestspielen in Venedig erhält er den Goldenen Löwen und Queen Elisabeth II. schlägt Chaplin am 4. April 1975 zum Ritter.

 

[Letzte Aktualisierung 8.1.13]